Phoebe Bridgers im Doppelpack

Aktuell, Festivals, Live
Heute gibt es mal Phoebe Bridgers im Doppelpack. Am 10. September trat sie beim Pitchfork Music Festival im Union Park in Chicago auf, zwei Wochen später dann am 23. September beim Firefly Festival in Dover, Delaware. Beide Konzerte gab es im Stream zu sehen.
Beginnen wir mit dem Set in Chicago. Die ganze Band einschl. Phoebe erscheint in Skelett-Kostümen, das man von Phoebe selbst ja schon kennt. Ich muss sagen, das sie mir live wesentlich besser gefällt, als auf ihren Studioalben (komisch, das Gleiche habe ich auch schon mal über Courtney Barnett gesagt). Hier erscheint sie nicht so zerbrechlich, wesentlich poppiger/rockiger. Aber bei “Kyoto” kommt diese Zerbrechlichkeit dann wieder druch, allerdings bei einem traumhaft schönen Song. Das restliche Programm schwankt immer wieder von zerbrechlich über poppig/rockig und wieder zurück. Dazu kommen tolle Animationen im Hintergrund, das ist ganz großes Kino. Das war jedenfalls ein ganz großes Set. Und wenn ich es bewerten müsste, dann 10 von 10 Punkten.
Am 23. September fand dann das Set auf dem International Speedway in Dover, Delaware statt. Nicht unbedingt der Nabel der Musikwelt, aber mit einem hochkarätigen Lineup (u. a. auch noch Billie Eilish, Arlo Parls und The Killers). Phoebe diesmal im schwarzen Anzug, der Rest der Band in ihren Skelettkostümen. Und was sofort auffällt: die traumhaften Animationen im Hintergrund gibt es hier nicht. Es beginnt mit “Motion Sickness” wieder sehr rockig, bevor es dann mit “DVD Menu” wieder zurück zur ruhigen, so zerbrechlich wirkenden Künstler*in geht. Mit “Garden Song” wird es dann poppiger bis zum gleich darauffolgenden “Kyoto”. Für mich der absolute Höhepunkt bei Phoebe Bridgers. Das sie aber auch sehr rockig kann, zeigt sie dann zum Schluss nochmal mit “I know the end”. Insgesamt ist es hier in Delaware ein deutlich kürzeres Set als in Chicago und auch von der Qualität steht es hinter Chicago.
Was abseits der Bühne auffällt: Volles Publikum vor der Bühne, dicht gedrängt und ohne Maske. Auch die USA scheinen sich zu öffnen (oder nur Delaware?).
Beide Sets haben auch gezeigt, das Phoebe Bridgers aktuell zu den ganz großen Nummern im Singer/Songwriter-Geschäft gehört. Da müssen sich auch ihre Kolleginnen und Freundinnen Lucy Dacus und Julien Baker hinten anstellen.

Schreibe einen Kommentar

Comment
Name*
Mail*
Website*