Das Live-Album: Sheryl Crow – Live at the Ryman and more oder ein Plädoyer für die Country-/Countryrock-Musik

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Sheryl Crow ist für mich eine extrem unterschätzte Sängerin. Klar sind auch hier Hits wie “All I wanna do” oder “Steve McQueen” vorhanden und auf dem Live-Album gibt es sogar Unterstützung von Stevie Nicks (und die steht für mich mit an der Spitze der weiblichen Rockstimmen). Aber richtig wahr genommen wird Sheryl Crow deswegen nicht. Und dann wurde dieses Album auch noch in Nashville aufgenommen, dem Mekka der Countrymusik. Woher kommt dieses Image?
Sheryl Crow wird gerne in die Country- oder Countryrock-Szene geschoben. Und das ist ja auch nicht unbedingt falsch, aber hat auch diesen oldstyligen Geschmack. Aber ist das richtig? Nein, keinesfalls. Countrymusik wird, ich spreche jetzt mal vom deutschen Markt, als oldstyle, muffig und mit diesem typisch amerikanischen Pathos/Patriotismus angesehen. Nicht ist größer als die Vereinigten Staaten von Amerika. Ja, das gibt es wirklich in der US-Countryszene (s. Toby Keith). Aber es gibt auch die kritischen Stimmen. Bestes Beispiel sind “The Chicks” (ex-Dixie Chicks). Sie wagten es, George W. Bush auf der Bühne für seine Politik zu kritisieren. Und dafür wurden sie geteert und gefedert, Radiostationen verbannten sie aus ihren Programmen, die Karriere schien am Ende zu sein. Aber sie sind wiedergekommen. Und wieder erfolgreich. Heute ist sowas, glaube ich, nicht mehr denkbar. Auch wenn es die Unverbesserlichen immer geben wird.
Dann gibt es da einen Willie Nelson, der sich noch nie für irgendwas verbiegen lies, offen über seinen Marihuana-Konsum spricht. Einen Steve Earle, der schon immer gesagt hat, was er denkt. Und das passt nicht immer jedem. Es gibt Sängerinnen, die aus der Szene kommen und inzwischen weltweit Ansehen gewonnen haben. Eine Linda Ronstadt, eine Dolly Parton. Grandiose Sängerinnen. Ja, regelmäßig im Herbst preist sich die Countrymusik bei den CMA-Awards selbst mit viel Beweihräucherung. Aber warum denn auch nicht. Die großen Country-Stars haben in den USA Verkaufszahlen, von denen viele Musiker*Innen international träumen (Beispiele: Cary Underwood, Garth Brooks oder Keith Urban). Und auch ein Johnny Cash, hochverehrt, kommt aus der Country-Szene.
Und dann gibt es noch den Southern Rock. Ja, keine Countrymusik im eigentlichen Sinne. Aber auch hier wird viel auf Patriotismus gesetzt (sehr viel auch auf den texanischen). Trotzdem ist eine Band wie Lynyrd Skynyrd international sehr angesehen.
Deshalb zu einem Leitsatz von stagemusic.net: Jede Musik hat ihre Berechtigung. Ob Country, Rock, Schlager, Jazz, Country und und und. Man kann vieles kritisch sehen und dieses auch sagen. Aber man sollte niemanden  kritisieren oder belächeln für die Musik, die er hört.
Und was ist nun mit dem Live-Album? Ein tolle Live-Zusammenstellung, alle Hits dabei, tolle Stimmung unter den Fans und locker leicht zu hören. 8 von 10 Punkten!

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