Elbjazz Festival 2021 – Tag 1

Aktuell, Festivals, Live
In Hamburg wollte man auch in diesem Jahr nicht auf das Elbjazzfestival verzichten, und so plante man denn eine komplette digitale Variante via Livestream. Die fand dann auch in der Elbphilharmonie an zwei Abenden (4. + 5. Juni) statt.
Nun ist Jazz nicht meine Domäne, aber ich beschloss mich mal durch das fast 10-stündige Programm zu hören. Aber, und das gleich vorweg, ich entschied mich nicht live mitzuschauen/zuhören, sondern für die Youtube-Videos, die weiterhin abrufbar sind. Und das war auch ganz gut so … denn ich konnte, wenn es mir gar nicht mehr zusagte, “vorspulen”.
Tag 1 am Freitag Abend beginnt mit dem Salvador Sobral Duo. Erstmal googlen, denn den Namen hatte ich vorher noch nie gehört. Ergebnis: große Verwunderung. Salvador Sobral ist Portugiese, was ja jetzt nichts besonderes ist, gibt ja etwa 10 Millionen davon. Aber er gewann 2017 den Eurovision Song Contest für sein Land. Und wie schafft man es dann zum Elbjazz? In dem man  nicht alltägliche Lieder singt, mal auf portugiesisch, mal auf englisch. Trotz seines Schicksals, er hat eine Herztransplantation hinter sich, ist er gut auf der Bühne. Aber … ich habe die möglich “vorzuspulen”, was ich dann auch tue. Denn das hier spricht mich überhaupt nicht an.
Act Nr. 2 ist China Moses. Verfolgt ein der große Name der Mutter? Denn die ist Dee Dee Bridgewater, eine der ganz großen Jazz-Sängerinnen. Nach dem einstündigen Set, das ich mir komplett angesehen habe, kann man sagen das sie es nicht nötig hätte, damit zu prahlen. Tut sie ja auch nicht. Mit erstklassigem R&B, vermischt mit Jazz-Elementen, zeigt China Moses ihre Klasse. Die Band, extra für das Elbjazz zusammengewürfelt, da kann man schon mal Probleme mit den Namen bekommen.😉  Das aber nur als kleine Anekdote zu einem großartigen Set, das auch sehr emotional vorgetragen wurde. Die Krönung dann für China, das mit Nils Landgren spontan einer der größten europäischen Jazzmusiker auf die Bühne kam.
Zu Nils Landgren und seiner Funk Unit, die als nächstes die Bühne betraten, braucht man in Jazzkreisen wohl nicht allzu viel zu sagen. Aber auch stilübergreifend ist Nils Landgren ein Begriff. Der Schwede, auch als “The Man with the red Horn” bekannt, gehört zu den bekanntesten europäischen Jazzmusikern. Seit 1992 wird weltweit gefunkt und auch beim Elbjazz geht es stark ab. Das kann man sich 60 Minuten anhören, keine Frage.
Michelle David, hier mit ihrer Formation The True-Tones auf der Bühne, ist tief im Gospel verwurzelt. Nach eigenen Angaben singt sie eigentlich schon ihr Leben lang. Ihr Gospel ist durchzogen mit Soul- und Blues-Elementen, was ihrer Musik eine starke Ausdruckskraft gibt. Da sollte man, auch außerhalb des Elbjazz, einfach mal reinhören. Der knapp 60-minütige Auftritt in der Elbphilharmonie hat viel Power und lebt von Michelle’s starker Stimme (einfach mal als Beispiel der Song “Victory”).
Letzter Tagespunkt war dann der finnische Trompeter Verneri Pohjola und sein Quartet. Er war bereits 2105 beim Elbjazz dabei und konnte dort begeistern. Bei mir schafft er es leider nicht, trifft absolut nicht meinen Geschmack. Es typischer Jazztrompetensound, für den sich sicherlich Jazzfreunde begeistern können, ich aber leider nicht. So habe ich es mir auch nicht bis zum Ende angeschaut.
Das war also mein Resumee zum ersten Tag des Elbjazz, Tag 2 folgt in Kürze.

Schreibe einen Kommentar

Comment
Name*
Mail*
Website*