Der “Webstream von Zuhause” oder “Die Tücken des Wohnzimmerkonzerts”

Aktuell, Festivals, Live

In Zeiten der Corona-Einschränkungen wird es inzwischen Normalität, dass wir unsere Live-Konzerte per Webstream über das Internet nach Hause geliefert bekommen. Da gibt es professionelle Streams wie von arte.tv oder Berlin Culture Cast, aber auch die selbst schnell geplanten Wohnzimmerkonzerte in Form eines kleinen Festivals oder einfach aus eigenem Antrieb. Und gerade diese, in erster Linie akustischen Konzerte, haben ihren ganz besonderen Charme. 

Natürlich lauern da so einige Tücken, die vielleicht ein wenig ärgern, aber auch diesen speziellen Charme ausmachen. So hatte ich zwei dieser Konzerte am Donnerstagabend auf dem Schirm. Da gab es das “Social Sofa Festival”, bei dem mich in erster Linie das bereits schon mal von mir rezensierte Schweizer Duo “Steiner & Madlaina” interessierte. Zum zweiten einen kleinen Live-Gig der Gitarrenvirtuosin Hannah Wicklund. Diese kommt übrigens im Juni auf zwei Konzerte nach Berlin und Hamburg (oder auch nicht?). Gecancelt ist noch nichts, meine Karten für Hamburg liegen bereits seit einiger Zeit in der Schublade, die Hoffnung auf dieses Konzert aber schwindet von Tag zu Tag mehr. 🙁 

Gerade eben bei diesen beiden Gigs zeigten sich dann die Tücken des Wohnzimmerkonzerts. Steiner & Madlaina hatten gleich zum Anfang die Probleme, das der Stream bei Instagram hängen blieb, es aber dann nach bangen Sekunden (gottseidank keine Minuten) weiterging. Zwei kurze Holperer dann nochmal zwischendurch, den Rest gut über die Runden gebracht, mit viel Spaß beim Musizieren mit den beiden Meitsche. Und die haben sie auch auf der Bühne immer. Macht weiter so, da kommt noch mehr. 

Hannah Wicklund streamt dann ebenfalls bei Instagram, mit einer unterirdischen Bildqualität. Wenn ich nicht gewusst hätte, wer da singt … 😉 Aber trotzdem einfach nur genial was diese Frau da auch akustisch aus der Gitarre rausholt, dazu mit ihrer wie für sie gemachten Rockröhre … das hat was. Später dann durch Zufall gesehen, das auch bei Facebook gestreamt wurde. Und da das Video da vorgehalten wurde, mit einer wesentlich besseren Videoqualität, das ganze nochmal angeschaut und nun war auch Hannah Wicklund zu erkennen. 😊 

Das soll jetzt aber keine Kritik an dieser Form des Livestreams sein. Im Gegenteil und wie ich bereits sagte …, dass alles hat seinen ganz eigenen Charme. Und vielleicht könnte der ein oder andere Künstler darauf zurückgreifen, auch dann, wenn wir wieder normal leben können. Vielleicht wäre es ja auch eine Idee, Konzerte nicht nur live vor Ort zu sehen, sondern auch Webtickets dafür zu verkaufen. So bekommen auch die Musikfreunde die Chance auf Konzerte, die abseits jeglicher größeren Städte leben und kaum eine Chance haben, regelmäßig Konzerte zu besuchen. Nicht jeder wohnt in Berlin oder Hamburg. Vielleicht mal drüber nachdenken, liebe Musikindustrie. 

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