Das Live-Album … Genesis – Seconds Out

Classics

… und meine Meinung dazu.

Genesis war für mich revolutionär und einfach anders, solange Peter Gabriel der Frontmann war. Nach seinem Ausscheiden und dem Wechsel von Phil Collins ans Mikrofon, driftete man ab in den Kommerz und, sicherlich auch nicht zu verachten, in den Status der Superstars und des finanziellen Erfolgs.

Ich kann mich noch gut erinnern als ich 1979 zur Berufsfachschule ging und wir uns untereinander über unsere Musikstile unterhielten. Ich spielte meine Musikcassette mit der von mir überspielten “The Lamb lies down on Broadway”-LP ab und bekam ein Kopfschütteln zur Antwort mit den Worten: Wie kann man so etwas nur hören.

Aber ich schweife zu weit vom Thema ab, denn das soll ja das Live-Album “Seconds Out” sein. Aha, werden manche vielleicht sagen. Da war Gabriel ja gar nicht mehr dabei, sondern Collins schon Sänger. Und “A Trick of the Tail” war ja auch schon ohne Gabriel. Das ist richtig. Aber ich finde, das der Einfluss von Gabriel noch deutlich zu hören ist und erst mit “Wind & Wuthering” langsam nachließ. Mit Gabriel als Sänger auf diesem Album, hätte es für mich wohl einen noch höheren Stellenwert als mit Collins als Sänger.

Der Opener ist dann auch gleich der Song “Squonk” vom ersten “Ohne-Gabriel-Album”, und wird gefolgt von “The Carpet Crawler”. Collins’ Stimme passt hervorragend dazu und lässt Gabriel’s Stimme kaum vermissen (ich gebe es zu ).

Und um wirklich zu zeigen, das es ohne ihn geht, folgen die Titel “Robbery, Assault & Battery” und “Afterglow” (letzterer vom Album “Wind & Wuthering”). Natürlich geht es ohne Gabriel, das zeigt ja auch die Zeit danach. Nur eben die Kreativität fehlt mir. Denn alles klang nur noch nach Phil Collins, egal ob ich ein Genesis-Album oder ein Collins-Solo-Album gehört habe.

Die nächsten vier Songs stammen alle aus der Frühzeit der Band, bevor man dann zur ultimativen Monsterkomposition “Supper’s Ready” kommt. Das fast 25 Minuten lange Stück belegt in der Vinyl-Version eine komplette Seite und ist eines der großen Meisterstücke des Prog-Rock. Es umfasst das komplette Soundspektrum, das Genesis bis dato zu bieten hatte.

Mit “The Cinema Show” folgt der zweitlängste Song des Albums und auch der letzte Gabriel-Song, bevor das Album mit “Dance on a volcano” und “Los Endos” ausklingt. Und mit diesem Ausklang endet auch die Prog-Rock-Ära der Band, die mit “Wind & Wuthering” zwar nochmal ein einigermaßen anständiges Album hinlegten. Dann aber mit “…And then there were three” qualitativ abstiegen, kommerziell dann aber zu Superstars wurden.

Wer also ein Glanzlicht des Prog-Rock hören möchte, der sollte sich dieses Album zu Gemüte führen.

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